Sucht, die

Mein erstes Tattoo ließ ich mir stechen, als ich gerade einmal 16 Jahre alt war. Ich wünschte mir eins, so sehr, schon so lange. Zum Schulabschluss dann die Überraschung - meine Mama fuhr mit mir nach Nürnberg um "nur einen Termin" auszumachen. Nicht mal zwei Stunden später hatte ich auch schon das erste Mal Farbe unter meiner Haut. Was mein erstes Tattoo besonders macht: meine Mama trägt es am Knöchel - einen kleinen Schmetterling. "Ich muss doch testen, ob du das aushältst". Sascha von Skin City nahm mir an diesem Tag meine Tattoojungfreulichkeit. Das Problem an Tattoos: fängst du einmal an, entwickelst du eine Art Sucht. So geht es zumindest mir. Bereits wenn ich unter der Nadel liege überlege ich mir schon die nächste Idee. Es gibt viele Leute, die nicht verstehen warum man so etwas macht. Dinge wie "Das hängt im Alter" oder "Das sieht doch nicht schön aus" überhöre ich inzwischen. Ob meine Haut alt und ledrig ist und hängt oder ob sie alt, ledrig und tätowiert ist und hängt, ist doch völlig egal. Ich liebe ihn, meinen Körperschmuck und ich liebe die Fragen, die mir dazu gestellt werden. Sie gehören zu mir, wie Muttermale oder Narben. 
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Abgesehen von dem kleinen Schmetterling am rechten Handgelenk trage ich am linken Handgelenk das Symbol der Unendlichkeit. Die Innenseiten meiner Knöchel werden von den Namen meiner Eltern geziert, an der rechten Armbeuge habe ich zwei kleine Schneeflocken. Jedes meiner Tattoos ist für mich besonders, jedoch eines der schönsten und bedeutendsten Tattoos ist das, welches ich an meiner rechten Seite auf den Rippen trage. Es ist eine Feder und jeder der meinen Blog kennt, erkennt auch dieses Symbol. Mein Blog gehört seit knapp sieben Jahren zu mir und auch, wenn ich irgendwann aufhören sollte, das hier alles zu machen, so wird er immer ein Teil meines Lebens sein.

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Mein neuestes Baby trage ich erst seit wenigen Stunden und ich muss gestehen, dass ich vor diesem Tattoo ganz besonders Angst hatte. Die Schmerzempfindlichkeit eines jeden Menschen ist anders und doch war ich mir sicher, dass das neben den Rippen eine der schlimmsten Stellen werden würde, die ich mir je verzieren ließe. Aber ich habe mich getäuscht. An manchen Stellen spürte ich die Nadel nicht mal unter der Haut. Nach einer knappen halben Stunde war alles vorbei und ich überglücklich! Was wohl als nächstes kommt? 
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column: laut gedacht - Heimweh

Es war keine lange Zeit, die ich in einer Wohngemeinschaft verbrachte. Es war gerade einmal ein bisschen mehr als ein halbes Jahr. Aber es war vermutlich, oder ziemlich sicher, eine der besten Zeit meines Lebens.  
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Als Judith im Juli 2014 bei mir einzog stand mein Leben Kopf. Mitten in der Ausbildung, vom Freund nach der Weltreise verlassen, ohne Möbel geschweige denn Geld aber dafür mit einer saftigen Mieterhöhung. Kurz gesagt, für mich war es der Moment, wo die Fußspitzen über dem Abgrund ragen und man jeden Moment droht zu fallen. Zurück nach Hause wollte ich nicht, die Bewerbungsgespräche über WG-Gesucht verliefen teilweise katastrophal. Drei Tage vor Monatsersten schrieb ich verzweifelt bei Facebook, dass ich einen Mitbewohner suchte. Judith kommentierte und sie hatte die Wohnung noch nicht mal gesehen da war schon klar, sie würde einziehen. // Judith und ich lernten uns ein paar Jahre zuvor durch gemeinsame Freunde bei Rock im Park kennen. Ich kann mich noch heute daran erinnern, was sie bei unserer ersten Begegnung trug. Vor allem ihre grünen Zehennägel sind mir im Gedächtnis geblieben ;-) man sah sich hin und wieder mal, aber eine richtige Nähe und Freundschaft war das nicht - noch nicht. // Als sie einzog, zog auch endlich wieder Leben in die tristen und leeren Räumen meiner Wohnung. Es war immer was los. Unser kleiner aber feiner Balkon drohte aus allen Nähten zu platzen und ich war Teil einer völlig neuen Clique, die mir aber vorkam, als wäre es nie anders gewesen. Jedes Wochenende war jemand anderes zu Besuch, man kochte und trank gemeinsam. Wenn Judith und ich abends fort gingen teilten wir uns die winzigen - schätzungsweise - vier oder fünf Quadratmeter unseres Bades, nur damit wir gackern und gemeinsam zur Musik tanzen konnten. 
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Die Nächte, in denen wir uns ein Bett teilten überwiegte eindeutig. Wenn einer von uns beiden nicht schlafen konnte oder Kummer hatte, schlüpfte man in das Bett des anderen. Wir redeten uns den Schmerz von der Seele, heulten die Kissen des anderen voll und schliefen dann irgendwann doch schluchzend aber festgehalten ein. Natürlich gab es auch die schönen Sleepover im Nachbarzimmer. Das waren diese, in denen man zum Beispiel betrunken Karussell fuhr und das mit dem anderen teilen wollte. // In einer Nacht kam ich betrunken von einer Hochzeit nach Hause, konnte mich kaum auf den Beinen halten und Judith empfing mich. Am nächsten Morgen wachte ich frisch geduscht und in einem von Judiths Pullovern in meinem Zimmer auf - mit mächtigen Kater, versteht sich. Als ich die Tür öffnete und sie im Wohnzimmer saß, brachen wir in schallendes Gelächter aus. Passiert, gehört dazu... // Montage waren immer 'unsere Tage'. Da kochten wir gemeinsam, kauften ein bis zwei Flaschen Wein und saßen in unserem Wohnzimmer, rauchten, tranken und sangen gemeinsam. Wenn wir putzten oder aufräumten rockten wir - zum Leidwesen unserer Nachbarn - lautstark zu Panic at the disco. uuuuups, sorry not sorry! 
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Wir hatten manchmal die lustigsten und verrücktesten Einfälle. Wir trafen uns mitten in der Nacht in der Küche, weil wir beide nicht schlafen konnten und kochten Milchreis. Saßen nächtelang vorm Fernseher und schauten American Horror Story. Oder wir wussten mit unserem Abend nichts anzufangen und fassten innerhalb von einer halben Stunde den Entschluss, mit dem Zug nach Parsberg zu "Tanz ins Glück" zu fahren. Viel zu dünn angezogen und eigentlich total pleite. Aber Hauptsache wir kratzten unser letztes Geld für das Ticket zusammen und hatten sogar noch ein bisschen was für den ein oder anderen Kurzen übrig. Dann sitzt man im Zug, hört gemeinsam Musik und tanzt durchs Abteil, weil um die Uhrzeit keiner mehr nach Parsberg fährt. Dann hält man kurz Inne, schüttelt den Kopf weil das alles eigentlich so absurd ist und fängt dann wieder zum Lachen und tanzen an. Bis heute bereuen wir diesen Entschluss nicht. Es war eine der tollsten und verrücktesten Nächte, die wir gemeinsam hatten. Die jetzt ein Teil von uns ist! ♥
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Manchmal wache ich nachts auf. Bin noch irgendwo in meinen Träumen gefangen, kann aber auch nicht mehr einschlafen. Völlig verschlafen setze ich mich an den Rand meines Bettes, will zum Handy greifen und Judith schreiben ob sie noch wach ist, ob ich rüber kommen darf. Bis mir einfällt, dass das hier ja meine Wohnung ist. Meine, ganz alleine für mich. Dass da niemand nebenan möglicherweise noch fern sieht oder Musik hört. Dann verkrieche ich mich wieder in mein Bett und ziehe die Decke bis unter die Nase und zähle so lange Schäfchen bis ich entnervt doch mal einschlafe. // Es sind die kleinen, banalen Dinge, die in mir immer wieder ein Gefühl der Traurigkeit hervorruft, manchmal auch ganz fürchterlich von Heimweh geprägt. Heimweh nach unserer WG. Ich sehe noch alles genau vor mir. Unser zusammengestöpseltes Wohnzimmer mit dem grünen 20er Jahre Samtsofa, dem roten abgeranzten Cocktailsessel. Das hellblaue Buffet. Den 70er Jahre Beistelltisch und unsere Wand, behangen mit Lichterketten und leeren, goldenen Bilderrahmen. Und dann, dann rieche ich auch wieder den vertrauten Geruch, der immer in der Wohnung hing. Eine Mischung aus frisch gewaschener Wäsche, Cerutti 1881, Kerzenwachs und anderen Dingen. Ein Geruch der mir sagte "Ich bin zuhause." // Manchmal bin ich irgendwo und mir steigt genau dieser Duft in die Nase. Das ist der Moment, in dem ich mir wünsche die Zeit nochmal auf vor zwei Jahren zurückzudrehen. Der Moment, in dem ich ganz fürchterliches Heimweh bekomme... 
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column: laut gedacht - Über Fremde, Wassermelonen & Räubertöchter

"Wann hat dich das letzte Mal ein Fremder zum Lachen gebracht?" Als er mir diese Frage stellte schoss mir nur eine Antwort durch den Kopf. "Das ist noch gar nicht so lange her. Etwa vier Wochen. Ich habe ein unvorteilhaftes Foto von mir freudestrahlend, die Hände in die Luft werfend am Strand verschickt und bekam - als hätte er es geplant - den Link zu einer Nana in selbiger Pose zurück. Ich habe gelacht wie schon lange nicht mehr." Und das war nur ein Moment, in dem mich ein Fremder zum Lachen brachte. 

Wie oft begegnen wir Menschen? Wöchentlich. Täglich. Stündlich. Wie oft begegnen wir Menschen, die uns ab dem ersten Moment vertrauter, bekannter und näher sind als viele derer, die wir schon etliche Jahre kennen? Selten. Und doch ist es mir passiert. Wir schrieben uns von morgens bis abends. Der erste und der letzte Blick  fiel immer aufs Handy. Als wir uns das erste Mal trafen, schrieben wir uns gerade einmal siebzehn Tage. Siebzehn! Am Anfang war ich total cool. Als ich ihn dann die Brücke überquerend entdeckte, wohl wissend ihm gleich gegenüber zu stehen, sackte mir das Herz in die Hose und mein erster Blick galt meinem Spiegelbild. Ob die Haare gut aussahen? War die Outfitwahl (schwarz, wie meist) die richtige? Aber warum das alles? Er ist doch ein Fremder, kann mir doch letztendlich egal sein. Oder? Doch dann stand er da: die Arme ausgestreckt, mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Als er mich dann in seine Umarmung hüllte und sich ein Gefühl der Wärme in mir ausbreitete, kam er mir jedoch so gar nicht fremd vor. Wir sprachen den ganzen Abend offen miteinander. Ich lachte. Ich lachte viel, laut und teilweise wirklich dreckig. Es störte mich nicht. Ich hatte nicht einmal das Gefühl, dass es peinlich oder unangenehm sei. Wir zogen durch die Straßen, unterhielten uns, lachten. In einer Bar beobachteten und analysieren wir die Menschen um uns herum. Wir dachten uns Geschichten zu ihnen aus und irgendwann lag ich in den Armen eines Fremden. Ich verließ die Bar, Hand in Hand mit einem Fremden. Wir standen da, ich verabschiedete mich von einem Fremden und dann... Dann küsste mich ein Fremder. // An meinem Kühlschrank hängt das Klebeetikett einer Wassermelone. Ich hatte es lachend dort hingeklebt, nicht darüber nachgedacht und es dort vergessen. Es war einer dieser Abende, ich könnte schwören es wären schon tausende vorher gewesen, aber es war der Zweite mit einem Fremden. Ein Spaziergang in der kühlen Abendsonne. Ein, zwei, viele Stücke Wassermelone auf meinem Balkon. Lautes Gelächter und Geschrei, weil ich so fürchterlich kitzelig bin. Auf dem Sofa liegend, philosophierend. Auf einen Kuss folgten hunderte und dann steht die Welt still. Für ein paar Stunden, nicht mehr und nicht weniger. Und dann ist da dieser rote, ovale Aufkleber an meinem Kühlschrank, an dem ich jeden Morgen vorbei laufe und der mich daran erinnert. Daran, dass Fremde, weitaus mehr als Fremde sein können.  

Es gibt unzählige Geschichten von Prinzessinnen, aber nur eine einzige handelt von einer Räubertochter. Prinzessinnen und deren Geschichten gibt es wie Sand am Meer, nur die Geschichte der Räubertochter sticht aus der Masse heraus. Genau so tun es die Räubertöchter im wahren Leben unter den zig tausenden Prinzessinnen, die den Kragen nie voll genug kriegen können, die immer genau das kriegen, was sie wollen. Räubertöchter sind aber diejenigen, die riskieren, aushalten und die (trotzdem) überleben. Alleine oder gemeinsam. Die, die kämpfen müssen und sich an den kleinen Dingen im Leben bereichern. An Dingen wie Gummibärchen im Weinglas, zuckersüßen Pandabären, Küsse auf der Stirn, zerzauste Haare. An jede einzelne Sekunde. Und Klebeetiketten auf Melonen. 
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Diese eine Sache...

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... wer kennt es nicht – dieses leidige Thema von wegen „Ich habe einen Kleiderschrank voll nichts zum Anziehen“? Ich bin da echt ein Spezialist. Ich habe so meine Lieblingsstücke, die ich am Liebsten jeden Tag tragen möchte und dann wieder die, die nur die Lücken in meinem Kleiderschrank füllen und von denen ich mich, obwohl ich sie viel zu selten bis gar nicht trage und andere sich eher daran erfreuen würden, partout nicht trennen kann. "Vielleicht brauch ich es ja doch noch mal irgendwann..."

Früher waren für mich „Shoppingausflüge“ immer ein totales Chaos. Ich habe all das gekauft, was mir gefallen hat, ohne darüber nachzudenken, ob, wann und wie ich es anziehen und kombinieren könnte. Somit hingen die Teile zwar in meinem Kleiderschrank, manchmal sogar noch mit Etikett, irgendwann wurden sie aber vergessen. Heute gehe ich beim Einkaufen anders vor. Ich suche mir die Teile aus und überlege mir dann, welche Kleidungsstücke ich bereits besitze und mit welchen sich die neuen Teile kombinieren lassen. So vermeide ich, dass ich Geld für Dinge ausgebe, die ich vermutlich eher wenig bis gar nicht tragen werde. Gerade die „SSV“ oder „WSV“-Zeit endet oft mit einem leeren Geldbeutel und einem Kleiderschrank, voll mit Dingen, die man sich nur aus Lust und Laune gekauft hat, ohne groß darüber nachzudenken. Dann heißt es: aussortieren! Das stellt mich dann meist vor die nächste Herausforderung. Wie gehe ich vor? Wie entscheide ich, was ich behalte und was in der Altkleidersammlung oder auf Kleiderkreisel landet? Meist herrscht anfangs ein absolutes Chaos. Ich reiße alle Klamotten aus den Schubladen und von der Stange, schmeiße sie aufs Bett und verwüste innerhalb kürzester Zeit mein ganzes Schlafzimmer. Eigentlich ist das Ausmisten aber gar nicht mal so schwer. Letztendlich zählt: was passt noch, was passt nicht mehr, was ziehe ich am Häufigsten an und was wird am Häufigsten links liegen gelassen? Fertig! 

Wie geht ihr denn mit diesem Thema um bzw. wie geht ihr vor, wenn es ans ausmisten geht? Habt ihr irgendwelche Tipps? Außerdem habe ich wieder ein paar Sachen bei Kleiderkreisel online gestellt. Vielleicht ist ja etwas für dich dabei?
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summer - wishlist

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Summer is right around the corner... quatsch, er ist DA! Er macht zwar zwischendurch immer mal ein paar Tage Pause, aber so richtig fort ist er nie. Es ist herrlich, dass man wieder in luftiger Kleidung das Haus verlassen kann und abends beim Date mit Freunden im Cafe, im Stadtpark oder auf dem Balkon nicht friert. Dieses dauerhafte Gut-gelaunt-sein macht richtig glücklich und ist mal eine schöne Abwechslung. Leute, packt die Sandalen und Kleidchen aus, der Sommer ruft unsere Namen!

Gerade die zuckersüße Crossbodybag im Melonenlook hat es mir besonders angetan. Der perfekte Eyecatcher für heiße Sommertage.

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Ich bin ja - zumindest bei mir - kein besonders großer Fan von Prints oder ausgefallenen Mustern. Ich gehe die Sache manchmal lieber etwas "straighter" an und versuche so unauffällig wie möglich zu kombinieren. Aber diesen Sommer ist alles anders. This summer totally got me. Die Zara-Bluse finde ich super, aber es gibt Möglichkeiten etwas ähnliches (und individuelles) selbst zu kreieren. Das California-Shirt ist bereits auf dem Weg zu mir und hey, das Ananas-Shirt ist doch auch absolut zum Anbeißen ;-)

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column: laut gedacht - this is the beginning!


Ich habe es schon immer geliebt zu schreiben, nur leider habe ich es irgendwie ziemlich vernachlässigt. Wenn man diesen ganzen Stress - egal ob geschäftlich oder privat - um die Ohren hat, vergisst man oft auch einfach mal an sich zu denken und den ganzen Gedanken freien Lauf zu lassen. Manchmal ist dieses "den Gedanken freien Lauf lassen" aber gar nicht so einfach. Das merke ich, wenn mir etwas auf der Seele brennt, ich aber partout nicht weiß, wie ich den Text anfangen oder das ganze Wörtergewusel in meinem Kopf verpacken soll. Meinen Blog gibt es dieses Jahr nun schon seit sieben Jahren. Er ist mein Baby, ein Teil von mir und mit mir groß geworden. Dass ich jemals so viele Leute (& für mich sind das wirklich viele Leute!) erreiche, hätte ich niemals gedacht und da ich doch immer wieder E-Mails erhalte, in denen mir die Leser schildern, was in ihnen vor geht, wenn sie meine Texte lesen, wie oft sie sich in all dem selbst wieder finden und damit identifizieren, habe ich den Entschluss gefasst, heute meine Kolumne "laut gedacht" zu starten. Ich weiß noch nicht, wie oft ich in dieser Genre etwas schreiben werde und welche Themen ich behandeln möchte - es wird wahrscheinlich alles querbeet sein. Von dem üblichen Liebesgeplänkel, über die Jugend von heute (oh, mein Lieblingsthema hihi) oder einfach ein wenig Gesellschaftskritik... Ich gebe meinen Senf einfach gerne bei manchen Dingen dazu. You may like or not! - daher wäre ich für jedes Feedback, gerade in der Anfangszeit dieser Reihe, wirklich sehr, sehr dankbar! 

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Ich verbringe von Tag zu Tag weniger Zeit bei Facebook, denn jedes Mal, wenn ich die Seite öffne, springen mir die "Breaking News" entgegen. Die Ex-Kollegin ist schwanger, die graue Maus von früher hat sich verlobt, der ehemalige Sandkastenfreund baut ein Haus.

Hello from the other side: da gibt es mich, mit einem Weinglas in der Hand, das freie Leben freudestrahlend zelebrierend. NOT! Ich möchte nicht sagen, dass es der Neid ist, der mich zu diesem Handeln bewegt und dass ich deshalb versuche die Timeline meiner Social Networks zu meiden. Wobei… Doch, ein klein wenig schon. Als ich noch ein kleines Mädchen war, war es immer mein Traum, so alt wie meine Mama zu sein, wenn es an die Zukunftsplanung geht. In einer glücklichen, konstanten und dennoch nicht freiheitsberaubenden Beziehung zu sein. Einen geregelten Tagesablauf zu haben, zusammen zu leben, abends gemeinsam zu essen. Einen festen Job zu haben. Übers Kinderkriegen nachzudenken. Die Vorstellung eine junge und ziemlich coole Mutter zu sein fand ich irgendwie abgefahren. Manchmal klingt es fast ein bisschen spießig, wenn ich Leuten davon erzähle, wie ich alles gerne gewollt hätte. Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht aber auch ein wenig spießig und altmodisch. Damals wusste ich aber auch noch nicht, dass das alles hier echt anstrengend sein kann. Mit alles meine ich das, was man "Leben" nennt. Gelegentlich stellen sich bei mir nun doch die Nackenhaare auf, wenn ich mir nach einem stressigen Tag vorstelle, meinen dringend benötigten Schlaf zu unterbrechen um die Windeln meines schreienden Kindes zu wechseln oder zwischen Arbeit und Haushalt noch Krabbelgruppenstunden mitzumachen. Versteht mich nicht falsch, es ist ein herrliches Gefühl, so ein kleines Wesen in den Armen zu halten. Dieses Gefühl verspüre  ich schon immer, wenn ich meine kleine Cousine im Arm halte. Wenn es dann noch dein eigen Fleisch und Blut ist, stellst du fest, dass du diesen kleinen Menschen mehr liebst, als dein eigenes Leben. Der Haken: ich fühle mich gerade im Moment nicht bereit dazu. Der noch größere Haken ist aber, dass der potentielle Kandidat dazu ohnehin fehlt. So sehr ich mich also für all die Menschen, die mir da tagtäglich mit Babybauch, Ring am Finger oder Baustellenfotos entgegen strahlen, freue, ertrage ich es nicht wirklich. Einerseits ist da diese Sehnsucht, andererseits aber auch dieses "Bitte lass mich bloß damit in Ruhe!"

Obwohl ich erst Anfang, oder sagen wir, Mitte 20 bin, kenne ich die leidige Frage auch schon: „Und Leni, wie sieht es bei dir zwecks Liebesleben und Familienplanung aus? Gibt es jemanden?“ Das ist die Frage, bei der ich momentan am liebsten schreiend davon rennen möchte. Yesss, der peinliche Moment ist vorprogrammiert. Gibt es hier abgesehen von einer abgefahrenen Liebesgeschichte überhaupt eine richtige Antwort? Mit 23 muss man doch noch keine Torschlusspanik kriegen. Ich hab doch noch Zeit! Oder?
Zum Alltagstrott gesellt sich dann doch auch gerne mal der Freizeitstress. Neben der Arbeit und dem Sport noch alle möglichen Leute, die alle unterschiedliche Tätigkeiten und Arbeitszeiten haben, unter einen Hut zu kriegen, kann echt ganz schön schnell im Stress enden. Manchmal bleibt da dieses "Ich gehe nach der Arbeit nach Hause und mache einfach mal gar nichts" ganz schön auf der Strecke und ich muss gestehen, dass ich dieses "nichts tun" gar nicht richtig kann, obwohl es mir echt nicht schaden würde. Vielleicht führt das aber auch einfach daher, dass man bei diesem "Nichts tun" doch anfängt etwas zu tun, nämlich nachdenken. Und dann, wenn ich nachdenke, kommt die Einsicht, dass mir etwas fehlt. Ein Begleiter. Eine starke Schulter, an die ich mich lehnen kann. Ein Fels in der Brandung. Jemand, bei dem ich mich mal richtig über meinen missglückten Tag auslassen kann. Einer, der das, was ich sage ernst nimmt, mir verspricht, dass alles gut wird und trotzdem irgendwann beginnt zu lachen, wenn ich in meiner Wut wie Rumpelstilzchen ums Feuer tanze. Ein Partner. Jemand, mit dem ich schreien und schweigen, lachen und weinen, streiten und lieben, total normal oder total verrückt sein kann. Und wenn ich dann diese Einsicht erlangt habe und total melancholisch werde tut sich mir die nächste Frage auf: gibt es da draußen überhaupt jemanden, der so ist und der dann auch noch zu mir passt? Findet man heutzutage tatsächlich noch einen Mensch, der aufrichtig und ehrlich ist, der quasi der Deckel auf deinen Topf ist und nicht nur die Alufolie für einen kurzen Moment zum Warmhalten? 

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travel flashback: TUNESIEN

Hello und wunderschönen guten Morgen! Dieses Wetter ist frustrierend. Da saß ich gestern Abend doch tatsächlich mit Lederjacke außen und es war immer noch irgendwie zu kühl. Hallo?? Es ist Juni. Erinnert ihr euch an letztes Jahr, gleiche Zeit? Da schmolzen wir wie Eis am Stiel, weil es super heiß war. Letztes Jahr haben wir gejammert, dieses Jahr jammern wir noch mehr - zumindest geht es mir so. Dank diverser Anschaffungen fällt für mich der große und dringend benötigte Strandurlaub dieses Jahr flach... und nicht mal Balkonien kann dieses Jahr her halten, weil einfach die konstante Sonne und Wärme fehlt. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als auf meinem Blog ein bisschen Urlaubsfeeling zu schaffen und in Erinnerungen an den Strandurlaub vor drei Jahren in Tunesien zu schwelgen...

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Worauf ich gerade wirklich Lust habe? Auf einen alten Caravan, der verlassen und direkt direkt am Meer steht. Morgens mit einer Tasse Kaffee im Sand sitzen und den Wellen beim Brechen zusehen. Siesta unter freiem Himmel. Abends einen langen Spaziergang am Meer entlang und danach dem Sonnenuntergang am Lagerfeuer zusehen. good bye, daily grind - hello adventure!
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© FEATHERLIGHT

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