the perfect christmas match

Hallo an diesem kalten Vormittag! Wir sind nun im letzten Monat des Jahres angekommen und ich frage mich, wo die Zeit hin ist. Das Jahr scheint an mir vorbei gerast zu sein. Der Dezember ist bei mir immer der Monat, in dem mein Kalender aus allen Nähten platzt. Ich habe kaum ein freies Wochenende, denn der Monat ist geprägt von Inventur, meinem Geburtstag, diversen anderen Familienfeiern, den Klassikern wie Weihnachten und Silvester als auch natürlich die verschiedensten Weihnachtsfeiern. Zu diesem Thema habe ich heute eine kleine Collage für euch zusammengestellt. Die einzelnen Teile sind alle aufeinander abgestimmt und geben in Summe ein schönes, stimmiges Outfit für einen Anlass dieser Art.

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Da das Kleid durch die Spitzenverzierungen und den auffäligen Rock Blickfang Nummer eins ist, würde ich mich bei Accessoires etwas zurücknehmen. So würde ich mich gegen eine Kette und dafür eher für größere, vielleicht etwas auffälligere Ohrringe entscheiden. Hier darf es gerne ein bisschen mehr sein, denn durch eine schöne Hochsteckfrisur oder zarte Wellen im Haar wird das Ganze wieder etwas abgerundet. Heels und Tasche/Clutch sollten im besten Falle im gleichen Farbton sein und den helleren Farbton meines Kleides unterstreichen. Die Clutch von Yves Saint Laurent ist hier der ideale Begleiter zum Kleid. Für mich wäre diese Konstellation das absolut perfekteste Outfit für eine Weihnachtsfeier vom Arbeitgeber oder im privaten Kreise.

AUFGEPASST! Mit etwas Glück könnt ihr euch noch vor Weihnachten selbst beschenken, denn Stylish Circle verlost eine Handtasche von Guess im trendigen Bordeauxton. Teilnahmeschluss ist der 05.12.2016. Zum Gewinnspiel geht es » hier entlang.

*in freundlicher Zusammenarbeit mit Stylish Circle
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Outfit Details: the Carrie Bradshaw look

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Im letzten Post kündigte ich es bereits an: mein Outfit für das Glossybox Friendsgiving-Dinner. Für mich war dieses Outfit die perfekte Mischung aus Spitze, Glitzer und Glam. Und weil ich so verliebt in diese Kombination war hat Jana sie für euch an mir in ein paar Detailfotos festgehalten.

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Ihr kennt mich inzwischen alle ja schon eine ganze Weile und wisst es ganz genau: am liebsten trage ich schwarz. Oder trug? Immer wieder ertappe ich mich in letzter Zeit, wie immer mehr blau und vor allem rosa bei mir in die Einkaufstüten wandert. Nicht das krelle Pink sondern das zarte, warme. Ich liebe allgemein Pastelltöne, auch auf den Nägeln.

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Ich habe also meinen glitzernden gräulichen Midi-Tüllrock (Primark) mit einem zarten Spitzentop in rosa (H&M) kombiniert. Dazu ein Hüftgürtel (ASOS) in schwarzen Leder mit silbernen Applikationen und als Eyecatcher eine Umhängetasche mit Pailetten (Primark) mit der gleichen Farbgebung wie das restliche Outfit. Die Kette der Tasche lässt sich ganz easy in der Innenseite verstecken, sodass sie auch als Clutch getragen werden kann. Bei den Schuhen war ich eher gemütlich unterwegs, denn hier trug ich schwarze Lackchelseaboots. Alles in allem war angenehm aufeinander abgestimmt und so funkelte ich mich durch den Abend.
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FRIENDSGIVING-Dinner w/ GLOSSYBOX

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Die letzten Tage habe ich wieder in Köln bei Jana verbracht. Hurra, wir werden besser - wir haben es dieses Jahr sogar schon zwei Mal geschafft uns zu sehen. "Fernbeziehungen" sind mies, aber wenn man dann wieder zusammen ist, ist es so, als wäre seit dem letzten Mal erst eine Woche vergangen. Als hätte ich mich nicht ohnehin schon wie eine Irre gefreut wieder hier zu sein, durfte ich gemeinsam mit Jana auch noch an einem Event teilnehmen. Das bedarf jedoch Vorbereitung und wie es in solchen Momenten nahezu immer ist, stand ich zuhause vor meinem Kleiderschrank und musste feststellen, dass ich nichts passendes zum Anziehen hatte. Also, in Köln angekommen, los in die Stadt zum Shopping - thanks god for black friday! (separater Post folgt...) Dank meiner Beraterin hatte ich innerhalb kürzester Zeit das perfekte Outfit für das Glossybox-Friendsgiving-Dinner

Da mein letztes Event schon eine Weile her, und ich ohnehin was das betraf noch etwas jungfräulich unterwegs war, war dieser Abend ein absolutes Highlight. Das Dinner fand im NADA in der Kölner Neustadt statt - die perfekte Location, wie ich finde. Die Mädels von Glossybox waren alle unglaublich lieb und aufgeschlossen und man fühlte sich direkt wohl. Begrüßt wurden wir mit einer Eigenkreation des Hauses, einem Mix aus Schokolade, Cranberrysaft, Rosen und Gin. Ich glaube, ich habe noch nie etwas SO leckeres getrunken! Der Tisch war liebevoll gedeckt und die Menükarte wunderschön gestaltet. Das 4-Gänge-Menü war nicht nur ein absoluter Augenschmaus sondern auch unbeschreiblich lecker. Von einer leckeren Vorspeise bis hin zu einem süßen Dessert war alles perfekt! 
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Es war wirklich eine angenehme Atmosphäre mit vielen tollen Gesprächen. Es wurde viel gequatscht und mindestens genau so viel gelacht. Gerade diese Runde hat mir wieder bewiesen, dass das Blogger-Dasein nicht so oberflächlich ist, wie es viele immer behaupten. Natürlich sind die Gesprächsthemen andere als die, die man mit seinen engen Freundinnen führt. Jedoch ist es ein wirklich gutes Gefühl unter "Gleichgesinnten" (man, klingt das blöd...) zu sein. Es ist nicht unangenehm, wenn man Selfies schießt, für Snapchat mit dem Handy spricht oder jeden einzelnen Menügang fotografiert. Mit dabei waren unglaublich liebe Bloggerinnen, u.a. Dana von howimetmyoutfit, Katharina von thefancylifestyle, Tamara von LITTLE EMMA, Palina von Palina Pralina und natürlich meine liebe Freundin Jana von maedchenhaft

Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Mädels Kira, Caro und Lisa von Glossybox für die Einladung und natürlich für die genialste Glossybox aller Zeiten. Ich freue mich schon auf das nächste Dinner an Ostern ;-) Außerdem möchte ich auch ein ganz großes Lob an das NADA in Köln aussprechen! Das Personal war super lieb, zuvorkommend und unglaublich witzig. Danke für das köstliche Essen und die grandiosen Drinks. Wer mal in Köln ist und in einer richtig tollen Location seinen Abend verbringen möchte, sollte ganz dringend das NADA in Betracht ziehen!

p.s.: wer neugierig gemacht wurde und wissen möchte, was in meiner Glossybox war, sollte mal auf meinem Instagramprofil vorbei schauen.
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HAPPY BIRTHDAY!!

»Es begann alles an einem Donnerstag. Ich lag krank in meinem Bett, draußen wurde es langsam hell und schon jetzt graute es mir davor, den Tag zu überstehen, weil ich partout nicht wusste, was ich mit meinem Tag, der so früh am Morgen schon begann, anfangen sollte. Ich wünschte mir gerade nichts sehnlicher, als die Decke über den Kopf zu ziehen und zu schlafen bis diese fiese Erkältung endlich überstanden war. Ich lag da und lauschte dem Ticken meines Weckers. Tick Tack... Tick Tack... Es kitzelte mich in den Fingern. Ich öffnete den Laptop, füllte das Formular aus und legte los. Da war er also, mein Blog "anearlymorning".«

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Schon vorher hatte ich auf diversen anderen Plattformen Bilder hochgeladen und Texte verfasst. Aber niemand wusste davon. Es war mein kleines Geheimnis. Ich hatte mich zu dieser Zeit auch noch nicht als Blogger gesehen. Ich glaube ich kannte das Wort "Blogger" bis dato auch gar nicht und ich hätte auch niemals gedacht, mich irgendwann als einen zu bezeichnen. Selbst heute tue ich mich damit ja manchmal noch schwer. Dass mein Blog irgendwann mal solche Wellen schlagen würde, hätte ich niemals gedacht. Klar, FEATHERLIGHT ist nicht vergleichbar mit Blogs wie Mariannan, Novalanalove oder Caro Daur, aber das muss es auch gar nicht. Ich bin Leni und unfassbar stolz darauf, was ich aus meinem kleinen Hobby gemacht habe. Ob ich mal von Beruf Blogger werden wollen würde? - Diese Frage beantworte ich immer mit einem klaren "Nein!". Ich liebe meinen Blog, ich freue mich über jede Kooperation, freue mich darüber wie viele Leute meinen Blog lesen und über jedes Feedback - aber nein, ich würde niemals mein festes Standbein, meinen Hauptberuf aufgeben. Ich glaube, ich würde mich damit auch auf Dauer nicht wohl fühlen. 

Seit es meinen Blog gibt hat sich auch die Welt der Blogger verändert. Als ich damit anfing warst du richtig cool, wenn deine Sachen Vintage oder Shabby waren. Jeder Flohmarktbesuch wurde dokumentiert und jede "Ausbeute" (Ja, früher nannte man das noch nicht "Haul") wurde durch ein Spiegelfoto dokumentiert. Da war es noch egal, ob der Spiegel staubig oder fleckig war - Hauptsache es sah cool aus. So wie man sich selbst mit den Jahren verändert, veränder sich auch ein Blog oder allgemein die Bloggergemeinde. Irgendwann reichte das Spiegelselfie nicht mehr aus, die Bilder mussten besser aussehen. Die Handykamera versaute die Qualität und eine teure DSLR musste her. Und so entwickelte sich alles. Verbessert mich, wenn ich mich irre, aber als Neueinsteiger oder "kleiner Blogger" hast du es heutzutage wirklich nicht mehr leicht. Für viele Kooperationspartner bist du erst dann interessant, wenn du x-tausende von Follower hast und mit großen, namhaften Partnern bereits kooperiert hast. Bis es dazu kommt, ist es ein steiniger und nervenaufreibender Weg. Selbst ich hadere manchmal mit mir, ob das überhaupt ich bin und meine Zeit darin investiere. Aber mein Blog ist mein Baby und mein Baby gehört zu mir! 


Heute vor sieben Jahren, am 19. November 2009 
erblickte mein Baby das Licht der Welt. 
Ich möchte heute jedem Einzelnen, der meinen Blog liest
oder gelesen hat etwas sagen: 
DANKE! ♥

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interior: Eiffel-Chair

IMG_610 Schon lange habe ich mein Auge auf die wunderschönen Eiffel-Stühle geworfen. Sämtliche Möbelhäuser und Online-Shops wurden durchfrostet und letzte Woche hat meine Mama mir dann den Wunsch erfüllt - vorträglich zum Geburtstag, quasi. Ich hatte ein wenig mit mir selbst zu kämpfen, weil ich mich partout nicht entscheiden konnte, welche Farbe ich nun nehmen sollte. Mein Wohnzimmer ist durch die komplette Glasfront sehr hell, im Raum jedoch ist alles sehr dunkel gehalten. Welche Farbe sollte es nun werden? Hellgrau? Weiß? Hellgrau? Weiß!

Ich muss zugeben, dass ich bei derartigen Einkäufen im Internet immer ein bisschen vorsichtig bin und wirklich Angst hatte, die Stühle würden bei mir nie ankommen. Klar, ich habe mit Paypal bezahlt, aber trotzdem wäre es furchtbar ärgerlich und ein wahnsinniges Hin- und Her bis Geld (und Stühle) endlich wieder da wären. Als dann DPD anlieferte, war die Angst schon mal verflogen. Die nächste Zitterpartie war dann das Auspacken. Wie ist die Qualität? Ist alles an Zubehör dabei? Schrauben? Fehlt was. Auch diese Angst, völlig überflüssig. Ausgepackt, dagesessen, nicht gewusst wies weiter geht. Schande über mein Haupt: ich habe tatsächlich für einen Stuhl schlappe 40 Minuten gebraucht. Alles zusammengebastelt, stolz gewesen, festgestellt, dass ich es falsch gemacht habe. Alles wieder auf Anfang... und dann? Dann habe ich natürlich die Montageanleitung gefunden. Blondie lässt grüßen. Wenn man den Dreh (hihi) dann endlich mal raus hat geht die Montage auch echt schnell. Die Anleitung ist zwar etwas chaotisch, aber mit ein wenig Drehen und Wenden findet man sich schon zurecht. Für die restlichen drei Stühle habe ich dann die selbe Zeit benötigt, wie für den Ersten.
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Meine großen, schweren, schwarzen Lederstühle wurden nun in den Keller verbannt und warten auf den Wertstoffhof und frischer Wind weht nun im Wohnzimmer. Die weißen Stühle zu nehmen war die absolut richtige Entscheidung und lassen meinen Lieblingsraum sogar noch ein Stückchen größer wirken. Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar. Für vier Stühle haben wir ein bisschen mehr als 100€ gezahlt und die Qualität ist top. Wer also auch unbedingt die günstigere Version der Designerstühle haben möchte, sollte unbedingt in diesem eBay-Shop vorbei schauen. 
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outfit: Der neue Lieblingsmantel

Nur noch zwei Mal schlafen, dann ist schon wieder November. Der November ist für mich immer der Vorbote von Winter und Weihnachtszeit, und dieser nähern wir uns mit großen Schritten. Irgendwie weiß keiner so genau, was uns da dieses Jahr erwartet. Wieder milde Temperaturen und T-Shirtwetter an Heilig Abend oder doch mal wieder weiße Weihnachten oder zumindest so kalte Temperaturen, dass der Glühwein schmeckt? (Wobei ich schon gerne mal wieder Schnee an Weihnachten hätte...) Zwar liegt das Wetter nicht in unsrer Hand, zumindest aber die Kleiderwahl! Schweren Herzens verbannte ich die dünnen, kurzen Kleidchen aus dem Kleiderschrank, dicke Winterpullover und Mäntel nehmen nun deren Platz ein. Bei Winterjacken- und Mänteln ist es bei der Wahl genau so eine Sache wie beim Jeanskauf. Es gibt nur zu groß oder zu klein, zu lang oder zu kurz. Ein Mittelding gibt es da irgendwie nie. Um so besser war es, dass ich dieses Jahr relativ schnell und vor allem spontan fündig wurde und nicht mal mein Geldbeutel musste drunter leiden, denn Mama witterte die Chance auf ein passendes Geburtstagsgeschenk für mich (Danke ♥).
whooop> whop whoooop whoop * ähnliche Mäntel, Winterjacken und weiter Schnäppchen findet ihr bei Sieh an!.

Viel Spaß beim Schmöckern und Shoppen und jetzt: SCHÖNEN SONNTAG! 

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column: laut gedacht - Wie es sich mit einem Backpacker lebt(e)

Als sich mein damaliger Freund dazu entschloss auf Weltreise zu gehen, waren wir gerade drei Jahre zusammen. Ich kam nach Hause und er stellte mich vor die Wahl: entweder er und die Weltreise oder unsere Wege würden sich trennen. Weil ich ihn liebte entschloss ich mich ohne zu zögern für ihn. Was diese Reise bedeutete, konnte ich erahnen, aber wie die drei Monate werden sollten, bevor es für ihn los ging, daran hatte ich nicht gedacht. Anfangs wehrte ich mich vehement über diese Reise zu sprechen. Ich wollte es vielleicht nicht ganz wahr haben, hatte gehofft das alles zu verdrängen und gehofft, es würde nicht mal so weit kommen, er würde es sich nochmal anders überlegen. Als ich jedoch merkte, dass das alles keine Schnapsidee war, fing ich an mich damit zu beschäftigen. Ich setzte mich mit ihm zusammen, ließ mir die Route zeigen, alles erklären und ging mit ihm durch, was noch alles organisiert werden musste. Am Abend, an dem er den Flug buchte, ertränkte ich meinen Kummer in Alkohol. "Der Flug ist gebucht. Am 22.10. geht's los." // Wir machten das Beste aus den übrigen Wochen. Wir flogen für 10 Tage in den Urlaub, unternahmen viel. Hielten nahezu jeden gemeinsamen Moment in bildlicher Form fest...

Aber die Zeit bis zum "Tag X" wie ich ihn nannte, verging immer schneller und allmählich sammelte und stapelte sich im Arbeitszimmer alles mögliche an Utensilien und Dokumenten, die man für eine solche Reise brauchte. Ich gab wirklich mein Bestes um ihn in allem zu unterstützen, aber mit dem wachsenden Stapel wuchs auch wieder mein Kummer. Ich hatte das Gefühl, dass jeder Tag um mehrere Stunden beraubt wurde. // Am letzten Abend saßen wir im Wohnzimmer unserer gemeinsamen Wohnung. Es war bedrückend und nur widerwillig ging ich irgendwann schlafen. Als der Wecker am nächsten Morgen klingelte lagen wir im Bett, ganz still. Da war er also, dieser verfluchte Tag. Da er in Frankfurt abflog musste ich mich bereits in Nürnberg am Bahnhof von ihm verabschieden.

Als die Türen schlossen, drückte ich meine Hand 
gegen die Scheibe des ICE's und ganz ehrlich? 
In diesem Moment schwor ich mir, so etwas nie wieder mitzumachen.

Die ersten Tage waren die Schwersten. Ich schaffte es nicht etwas auch nur ansatzweise zu verändern oder aufzuräumen, was er zuletzt in der Hand gehabt hatte. Seine Klamotten, die er am Abend vor seiner Abreise im Wohnzimmer auszog ließ ich wochenlang liegen, weil sie mir das Gefühl gaben, er sei noch zuhause und würde jeden Moment durch die Türe kommen. 

Wann auch immer die Zeit es zuließ telefonierten oder skypten wir, und wenn es nur wenige Minuten waren. Die Beziehung funktionierte erstaunlich gut über die Distanz hinweg und das verlieh mir Sicherheit. Mir ging es besser und ich begann mein Leben neu zu ordnen und arrangierte mich mit der neuen Situation. Ich vergrub mich nicht mehr nur zuhause, ging wieder aus oder lud Freunde zu mir ein. Natürlich waren Tage wie mein Geburtstag, Weihnachten, Silvester, unser Jahrestag oder sein Geburtstag Tage, an denen es mir nicht gut ging, die ich nicht genießen konnte. Aber die Tage vergingen. Es wurde November, Dezember, Januar, Februar, März.... Die Vorfreude stieg, aber auch die Anspannung. Auf den letzten paar Metern fingen wir an uns immer öfter und wegen jeder Kleinigkeit zu streiten. Wir stritten via Skype, einer von uns beendete einfach das Gespräch indem er den Laptop oder die App schloss. Ich hatte Panik, furchtbare Panik. Ich hatte mein Leben im letzten halben Jahr ganz gut hinbekommen, hatte gelernt wieder alleine zu leben und mich persönlich stark verändert. Ich hatte Angst, wir könnten uns nicht mehr mögen. Ich hatte Angst, jeder von uns hätte sich an sein neues Leben gewöhnt und hätte das "Alte" vergessen. // Zwei Tage vor seiner Ankunft entspannte sich die Situation. Wir freuten uns aufeinander und zeigten das auch. Wir zählten die Stunden. Die Autofahrt nach Frankfurt kam mir wie eine Ewigkeit vor. Ich konnte es kaum erwarten.

Er verließ als letzter das Gate. Er trottete hinter den Flugbegleitern her, ein fettes Grinsen im Gesicht. Als ich ihn sah stand die Welt einen Moment still und mein Herz setzte aus. Wir hatten es geschafft, ein ganzes halbes Jah. Ich hatte das Gefühl mein Herz würde zerspringen. Die ganze Heimfahrt über hielt er meine Hand und ließ sie nicht mehr los. Das Gefühl war überwältigend. Als er abends das erste Mal nach sechs Monaten wieder neben mir einschlief, blieb ich die halbe Nacht wach und schaute ihm beim Schlafen zu. 

Die ersten paar Tage war ich wie in Trance. Es wirkte alles wie durch eine rosa rote Brille. Aber nach kurzer Zeit stellten wir fest, dass es nicht mehr so war, wie vorher. Etwas hatte sich verändert. Wir hatten uns verändert. Wir stritten täglich, in den schlimmsten Phasen lebten wir nebeneinander her, redeten kaum miteinander und gingen getrennt schlafen.

Alles war lieblos, halbherzig und kalt. 

Ich führte stundenlange Gespräche mit meiner Familie, wandte mich an seinen Freund, mit dem er anfangs auch gemeinsam auf Reisen war. Alle sagten mir, ich solle kämpfen, an uns glauben und das tat ich. Ich investierte all meine Kraft in diesen Kampf und an einem Dienstag hatte ich das Gefühl, wir hätten das Schlimmste überstanden. Es war der erste Tag, an dem ich mich wieder darauf freute nach Hause zu kommen, ohne Bauchschmerzen. Es war aber auch jener Tag, an dem ich den Kampf um meine Beziehung verloren hatte. Sechs Wochen waren vergangen, seit ich ihn in Frankfurt am Flughafen abgeholt hatte. 

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Was ich euch mit dem Einblick in dieses kurriose halbe Jahr sagen möchte: ich denke nicht, nein, ich weiss, dass nicht jede Beziehung nach einer solchen Reise zerbricht. Eine solche Reise stärkt Beziehungen, schafft Vertrauen und gibt einem selbst auch die Möglichkeit, sich neu zu entdecken. Selbst wenn man derjenige ist, der zurückt bleibt, während der andere das womöglich größte Abendteuer seines Lebens erlebt. Eine Beziehung, die eine solche Reise nicht übersteht wäre früher oder später sowieso auseinander gegangen. Als ich mich am 22. Oktober 2013 am Gleis von meinem damaligen Freund verabschiedete, schwor ich mir, so etwas nie wieder mit mir machen zu lassen.

Heute, genau drei Jahre, nachdem ich die Hand 
gegen die Scheibe des ICEs drückte, 
revidiere ich diese Aussage. 

Ich würde es wieder tun. Diese Zeit hat mich verändert. Sie hat mich stärker gemacht und ich habe angefangen, nicht immer nur die schönen Dinge zu sehen. Ich habe meine mädchenhafte Brille abgelegt und bin durch diese Zeit ein Stück weit erwachsener geworden. Ich habe Dinge für mich neu entdeckt, ich habe gelernt, alleine durchs Leben zu gehen und es trotzdem zu schaffen. Ich würde es wieder tun, weil es der größte Fehler auf Erden ist, einem Menschen, den man liebt etwas zu verwehren, was dieser liebt. Und wenn es das Reisen ist, dann wird er sich auch immer wieder fürs Reisen entscheiden. 

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© FEATHERLIGHT

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