Warum ich bei Instagram einen Neustart wage

»So, weil ganz viele Leute, denen ich hier folge sämtliche Jahresrückblicke posten oder in ihrem Feed die besten Fotos des Jahres teilen, dachte ich mir, ich gebe auch mal kurz meinen Senf dazu. Ganz ehrlich? Es kotzt mich an! Diese ganze f*cking Instagramwelt kotzt mich gerade einfach nur an und ich bin wirklich am Überlegen, ob ich im neuen Jahr das ganze hier nicht einfach an den Nagel hängen soll, weil es mir einfach keinen Spaß mehr macht. Was ich hier mache, die ganzen Postings, die Stories und das Follow me around, wenn ich unterwegs bin… Das alles kostet so viel Zeit und es steckt so viel Arbeit dahinter, was sich viele gar nicht vorstellen können. Das Problem ist, dass nichts mehr zurück kommt. Es ist so schade, denn die Großen werden noch größer und die Kleinen, die Neueinsteiger, haben nahezu keine Chance mehr, weil dieser ganze schei* Algorithmus alles ruiniert hat. Es macht mich manchmal so wahnsinnig traurig, dass man sich so viel Mühe gibt und einfach nichts mehr zurück kommt, weil niemand mehr deine Beiträge sieht. Weil es nicht so ist, dass sich niemand mehr für dich interessiert, sondern weil es niemand mehr sieht. Seit es den neuesten Algorithmus (schätzungsweise August) gibt verliere ich wöchentlich zwischen 10 und 15 Follower. Natürlich kommen immer wieder Neue dazu, aber warum verliere ich sie? Mit Sicherheit sind da auch viele Fakeprofile dabei, die aussortiert werden, aber ich denke, dass einige mir entfolgen, weil sie meine Beiträge nicht mehr sehen können. Manche interessieren sich vielleicht tatsächlich nicht mehr für mich, das ist aber eine andere Hausnummer und es ist auch ok. Instagram war mal eine Sache, die mir Spaß gemacht hat, eine kleine “Nebensache” neben meinem Blog. Aber ich hab keine Lust mehr. Mit Sicherheit wird es jetzt Leute geben, die meine Story anschauen und sich denken”Oh, was jammert die denn schon wieder . Wenn sie keinen Bock mehr hat soll sie es halt lassen”, aber etwas aufzugeben was man so gerne mal gemacht hat, ist halt nicht so einfach. Deshalb weiß ich leider nicht, wie es hier weitergehen wird. Ob es weitergehen wird, ob ich eine Pause mache, oder wie auch immer. Ich weiß es nicht…«

*

Wer am 31.12.2017 nachmittags meine Instagramstory gesehen hat, dem sollten diese Worte bekannt vorkommen. Mit meinem kleinen “emotionalen” Ausbruch tanzte ich zwischen den ganzen Reviews ein bisschen aus der Reihe. Diese Thematik hat mich schon eine ganze Weile beschäftigt. Ich habe mir diese Meinung nicht morgens spontan beim Zähneputzen gebildet und den Entschluss gefasst – nein, dieser Gedanke belastete mich schon viel, viel länger. Somit waren meine Worte eine Art Abschied. Abschied nehmen fällt oftmals schwer. Für den, der gehen muss und natürlich auch für den, der zurück bleibt. Somit bekam ich Nachrichten, die Verständnis für meine Worte ausdrückten. Nachrichten von anderen Bloggern, die die gleichen Probleme hatten und Nachrichten von lieben Menschen, die mir schon lange folgen und mich sehr vermissen würden. Also beschloss ich zu bleiben. Unter der Voraussetzung, dass ich etwas ändern möchte.

Bin ich selbst an allem Schuld?

Mit einer der Gründe für mein Unwohlsein war unter anderem die riesige Anzahl der Follower. Im Juli ’17 waren es über 10.5 k, im Oktober 10.3 k, im Dezember 10.1 k. Anfangs überlegte ich mir noch, ob ich an dem regen Schwund selbst Schuld war. Ich überdachte die Art und Weise meiner Bildbearbeitung, die Aufmachung meiner Captions, den Einsatz der Hashtags. Dann setzte ich mich hin und analysierte meinen Blog und die Statistiken, die mir zur Verfügung standen. Auch mit dem “neuen” Algorithmus setzte ich mich intensiver auseinander. Ich fand heraus, dass nicht mal mehr 1/4 derer, die mir folgten, meine Beiträge auf der Startseite angezeigt bekamen. Oftmals waren es sogar noch weniger. * Ich kann es niemanden verübeln, der aufgrund dieser Zahlenkonstellation (Followerzahlen vs. Interaktionen) den Eindruck hatte, hier wären Follower gekauft worden.

*für die, die sich mit der Thematik nicht auskennen: der Newsfeed von Instagram funktionierte früher chronologisch, also der zeitlichen Abfolge nach geordnet. Inzwischen werden die Beiträge nach Relevanz angezeigt. Somit passiert es, dass auf der Startseite Beiträge angezeigt werden, die teilweise schon mehrere Tage alt sind, manche Profile häufiger angezeigt werden und – so wie in meinem Fall – etliche Bilder einfach von der Fläche verschwinden.

Ich habe etwas geändert:
meinen Account und meine Einstellung zu diesem!

Seit 01.01.2018 findet man mich nun unter dem Nutzernamen @featherlight_de. Stand heute – 03.01.2018, 18:12 Uhr – habe ich 391 Leute, die mir folgen. Die Aktivität auf meinem neuen Profil ist allerdings die Gleiche wie bei meinem alten Profil. Anders als bei meinem vorherigen Feed, schaue ich mir nun jeden meiner neuen Follower an und sobald ich den Verdacht hege, es könne sich um ein Fakeprofil handeln, wird diese Person von mir geblockt. Was nützt mir und meinem Kooperationspartner die Followerzahl, die ganz oben im Profil steht, wenn diese aber überhaupt nicht aktiv sind? Richtig, nüscht! Auch Männer aus Regionen wie Afghanistan, Pakistan oder Indien, die noch dazu vom Alter her meine Väter sein könnten, bleibt der Zugang zu meinem Profil verwehrt. Denn genau diese Männer, in diesem Alter, aus diesen Regionen haben einen Großteil meiner Follower ausgemacht. Das finde ich dann doch sehr erschreckend und irgendwie auch abstoßend. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich diese für meine Reisen, meine Klamotten oder meine anderen Aktivitäten tatsächlich interessieren. Auch stellt sich mir die Frage: warum landeten diese auf meinem Profil und welchen Sinn hatte das?

Meine aktuellen Kooperationspartner habe ich von meiner Veränderung unterrichtet. Ihnen bleibt offen, ob sie die Zusammenarbeit mit mir fortführen möchten, oder nicht. Ich finde es nur nicht fair, dass sie mich anhand meiner Gefolgschaft von 10.000+ als Partner auswählen, hinter dieser Zahl aber kaum Aktivität und Potential steckt. Ich liebe das was ich tue: das Fotografieren, das Schreiben, Inspirationen sammeln & geben. Ob ich damit (weiterhin) Geld verdiene oder nicht, wird man sehen.

Was ich jedoch verdiene, ist gutes Karma und Liebe von denen, die mir trotzdem noch treu sind. Ich hoffe, dass ihr mich, meine Beweggründe und Entscheidung irgendwie verstehen könnt. & ich möchte DANKE an alle sagen, die mir immer noch treu bleiben ♥ 

8 Kommentare

  1. Ricarda
    3. Januar 2018 / 19:52

    Wow, endlich mal jemand, dem die Zahl scheinbar wirklich egal ist. Ganz nach dem Motto “Liebe muss nicht perfekt sein, sondern echt.” Ich wünsche dir alles Liebe und dass du es in dieser Schein-Welt schaffst, dir treu zu bleiben. ♡

    • Leni
      Autor
      3. Januar 2018 / 19:54

      Das hast du ganz wunderbar gesagt! Viele, vielen Dank ♥

  2. 9. Januar 2018 / 18:51

    I don’t even understand how I finished up here, however I thought this put up used to be good.

    I don’t understand who you might be however certainly you’re going to a well-known blogger if you
    happen to aren’t already. Cheers!

  3. Julia
    15. Januar 2018 / 9:00

    Finde ich super was du gemacht hast. Ich folge dir mit Freude und Spanung weiter 🙂

    • Leni
      Autor
      15. Januar 2018 / 9:15

      Das freut mich 🙂 ♥

  4. Katharina
    29. März 2018 / 7:16

    Ich finde deinen neuen Instagramfeed auch viel Schöner, als deinen alten. Ich glaube, dass das mehr du bist jetzt als das, was du da vorher gemacht hast. Ich freue mich auf mehr!

  5. 4. September 2018 / 14:29

    Ich habe deinen Blog gerade erst entdeckt und war selber auf der Suche nach der Ursache, warum vieles nicht mehr so funktioniert, wie ich mir das vorstelle. Hänge stetig bei zwischen 93 und 105 Followern fest und habe meistens Profile aus Russland, Sportlern und sonstigen, die ganz bestimmt nicht nach Artikeln zu mir und meiner Kunst als Fotograf passen. Geschweige denn nach dem suchen, was ich schreibe.

    Da hat mich dein Post gerade sehr inspiriert. Da ich auch schon sehr lange überlege, alles abzuwerfen was einem nichts bringt und bei Instagram bei Null anzufangen. Allerdings diesmal nach deinem Vorbild. Scheiß auf Business Profile oder sonstiges. Jeder der nicht passt, wird geblockt.

    Jedenfalls hat mich dein Blog neugierig gemacht. 🙂

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